
Es trommelt vor weiter. In Etain sind während der Nacht weitere Truppen eingetroffen.
Wir nehmen an zur Sicherung für alle Fälle. Burger, der Besorgungen bei uns hat, erzählt mirs. Außerdem schildert er mir die Traurigkeit der Verhältnisse, unter denen die Kameraden der Komp. vorn jetzt leiden. Sie sitzen in Löchern, in denen sich aber das Wasser sammelt, und dürfen sich bei Tage nicht sehen lassen, da die Franzosen, welche
günstigere Stellung auf dem Berge haben, auf den einzelnen Mann mit Artillerie schießen.
Besonders gefährdet sind auch Feldwebel, Komp.-Schreiber, Feldküchen usw. Das Heißt alles, was hinten liegt und oft vor muß. Die Anmarschwege und die daran liegenden Orte (Rouvres, Etain, Hermeville, Loranville) werden mit schweren Kalibern beschossen. Dabei wurde auch Fahrer Lehmann 3. Komp., der unsere Feldküche hinaus fuhr tödlich getroffen. Die Granate war hinter der Küche explodiert, hatte dem zwischen Küche und
Explosionsstelle laufenden alten Kameraden Stange fast nichts getan, während ein Splitter durch die Feldküche (zum Glück nicht durch den Kessel) hindurch und dem Fahrer in den Rücken ging, sodaß er sofort tot war. In Anerkennung ihres jetzt besonders gefährlichen Dienstes erhalten Stange-Paul, Sättler-Karl (Köche an Feldküchen), und Rieper (Geschäftszimmer-Ordonnang [??]) das Eis. Kreuz II. Kl., was mich besonders freut, da ich mit allen ja über 2 Jahre Hand in Hand arbeitete.
Hoffentlich kommt Burger, bald daran.
– Knorr baut uns einen Ofen, damit Wilhelmy unser Essen kochen kann. Wir arbeiten jetzt täglich abends bis 11-12, um den September-Monatsschluß final zu bekommen.
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