
Auch heute Nacht war es sehr kalt. Vorm. 9 sagt mir der Zahlmeister, daß wieder jemand nach Metz muß und ich fahren soll. Ich mache mich also nach dem Mittagessen auf den Weg. Im Rucksack habe ich 1/2 Brot und etwas Konservenwurst, denn ohne Essen
kann man heute nicht reise. Um 2:0 wollten ich in Gondrecourt fahrplanmäßig abfahren, um 4.0 nachm. in Metz zu sein. Doch der Zug hatte Verspätung.
Ich fuhr erst um 3.0 weg und erreichte daher den Anschluß in Conflans nicht, wo wir bis 11 abends warten sollten wenn nicht ein bayerischer Bahnbeamter einen Personenwagen an 1 Güterzug hing, mit dem wir um 7.0 abfuhren. In Amenweiler, der Grenzstation mußten wir aber wieder ewig warten, da ein feindliches Flugzeuggeschwader über Metz Bomben abwarf.
Wir beobachteten die zahlreichen Scheinwerfer und die platzenden Schrappnells der Abwehrgeschütze und hörten neben dem Geschützdonner das dumpfe Grollen der explodierenden Bomben. 10.0 abends kamen wir auf dem Güterbahnhof Metz-Sablotte [??] an. Die Stadt war stockfinster. Wir gingen unter Führung eines bekannten Kameraden zum Hauptbahnhof, wo wir in der Übernachtungsstelle schliefen, nach dem wir vorher in einer Wirtschaft noch dem Treiben einer Landsturmkompagnie, die Vortragsabend hatte, zu sahen. Die machen sich’s noch angenehm, doch es sind aber
auch Gestalten darunter, die fast die Uniform schänden.
Als wir in der Bahnhofskantine aßen, erfolgte plötzlich wieder Fliegeralarm. Über
der Gasanstalt sah man die Feuerscheine krepierender Bomben. Über dem Bahnhof konzentrierten sich zahlreiche Scheinwerfer. Nachdem wieder Ruhe war ging ich schlafen, morgens erzählte man, daß die Flieger um 3.0 nochmals Bomben geworfen hatten.
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