Kurts 1662 Tage

– ein Tagebuch aus dem 1. Weltkrieg

Nachdem wir uns gründlich ausgeschlafen hatten, besehen wir uns unsere neue Umgebung. Aise [??] ist ein Ort den zu Kriegsbegin unsere Truppen gleich vernichten. Er ist zerschossen und ausgebrannt, angeblich (wie eine alte 80 jährige Frau sagt) haben die Bayern (manois bavarias) den Ort angebrannt. Vor unserer Offensive vor Verdun hat er auch noch zeitweise unter Artilleriefeuer gelegen, allerdingt ist’s noch weit bis zur vordersten Stellung (ca 20 km) Wir liegen in der Woevre-Ebene, vor uns
Klain [??] und die Cote Lorraine. In der Ferne grollen die Geschütze von Verdun. Wir arbeiten am Kassenabschluß, natürlich nur das nötigste, weil wir ja keinen rechten Platz haben und noch nicht wissen, ob wir bleiben. Unsere Behausung ist eine rasch errichtete Ziegelbaracke.
Vor dem Ort befinden sich zahlreiche Massengräber, in denen meist Franzosen liegen. Sie sind alle mit einen gleich, mäßigen weißen Kreuz versehen. Opfer von 1914!

Mit Staunen beobachten wir den großen Verkehr auf der hier durchführenden strategischen Hauptstrecke der Eisenbahn „konlleus-Lougegon“ [??]. Fast aller 1/4
Stunden rollen Transport- und Güterzüge vorüber. Wie wir hören, soll das II. Btl. schon in
Stellung sein, unser Btln. folgt morgen. Wir lösen das württembergische Inf.- Regt. 126 ab, die jetzt ein Jahr hier gelegen haben. Sie gehören wie die 105er die auch hier waren, zum XV. Korps, welches abrückt.

Kommentar verfassen