
Ella’s [Schwester] Geburtstag! Für uns sehr wechselvoll.
Ich hatte gut, geschlafen und fühlte mich heute endlich wieder wohl. Die Eisenbartkur war also gut. Ich habe wenigstens wieder regelrechten Appetit und Hunger, wenn ich auch nicht gleich so viel essen kann.
Wir holen die Kasse ins Quartier und erledigen die dringlichsten Sachen. Die Komp.
holen ihre Löhnungsgelder und für jeden Mann 5. M Ersparnisse aus Marketenderei– Gewinn. Um 20 mittags wird Alarm geblasen. Wir räumen schleunigst wieder ein und
verladen unsere Kiste auf dem Stabspackwagen. Um 30 marschiert das Btl. ab nach
Saarburg, wo wir 430 zur Verladung eintreffen. Der Zug geht aber erst um 70 ab mit
unbekanntem Ziel. Die Mehrzahl vermutet, an die Somme.
Wir kommen über Metz, sehen eine schöne Mondscheinlandschaft kinoartig am Wagen vorüberziehen. Später nach Metz -Sablotter [?, evt. Metz-Sablon] schlief ich ein.
Als ich geweckt wurde, hielt der Zug. Alles mußte aussteigen. Wir waren auf einem kleinen Bahnhof (wie Berthelsdorfs [wahrscheinlich im Erzgebirge]) u. hörten von den Mil.- Eisenbahnern, daß es Gondrecourt in der Woevre Ebene sei, wir uns also [87 km] vor Verdun befanden. Dumpfes Grollen ertönt von Zeit zu Zeit vor uns. Wir fahren in die Nacht hinein u. lassen den Wohnort hinter uns. Es geht an einem Zeltlager, vorbei. der Ort selbst ist völlig zerschossen. Nach 1/2 stündigem Marsch kommen wir nach Olix [evtl. Horville-en-Ornois] wohin die 2. Komp. und der Batl.- Stab zu liegen kommt. Der Ort ist völlig zerschossen. Wir sind froh, als wir mit dem Batl.-Geschäftszimmer zusammen ein Unterkommen für die Nacht gefunden haben, wo wir den Schlaf der Gerechten finden. (denn wir waren erst um 5h morgens in Goudrecourt ausgeladen worden.
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