Kurts 1662 Tage

– ein Tagebuch aus dem 1. Weltkrieg

Schönes Wetter! Mit der Löhng. haben wir gestern jedem Mann einen Gutschein über 1,-M (2 mal 50 Pf) ausgehändigt, gegen welchen es in der Marketenderei Lebensmittel zu kaufen gibt. Damit ist die Vorschrift praktisch und gut zu umgehen, wonach Kontributionsgelder nicht in barem Gelde, sondern in letztoren Lebensmitteln, ausgegeben werden sollen. Letztere Art der Ausgabe in Natur hat aber den
Nachteil, daß die allzu verschiedenartigen Wünsche der Einzelnen nicht, berücksichtigt
werden können. Utffz. Knoth von der Bagage erhält das Eiserne Kreuz. Ich fertige ein
Verzeichnis von sämtlichen Kommandierten, in welchem diejenigen, davon Austausch nicht möglich ist rot angestrichen werden. Von der Komp sind dies: Geschäftszimmer, Feldküchenpersonal und Leb Sh. W. Begleitluck [??] Abends fange ich, wieder wie seit einiger Zeit täglich, eine Anzahl Flöhe. Dies ist jetzt eine böse Plage. Jedermann, auch die Offiziere, klagt über diese Blutsauger.

Von Papa erhalte ich Pfefferkuchen und einen ausführlichen Brief, worin er mir das Steigen, der Lebensmittelpreise seit Kriegsbeginn bei uns mit dem in England vergleicht. Die Zahlen sind interessant.

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