Kurts 1662 Tage

– ein Tagebuch aus dem 1. Weltkrieg

Heißes, sonnigschönes Wetter macht einen auch heute faul. Man möchte nicht einen
Schritt gehen, denn man schwitzt beim Sitzen. Der Himmel meint es gut mit Deutschlands Getreideernte.
Der Btl. Kommandeur, Herr Hptm. Rödl, kommt vom Urlaub zurück. Herr Hptm. Schmidt
übernimmt die Komp. wieder. Die bei der Komp. befindlichen Telegraphenarbeiter werden zur Fernsprech. Abtl. 6 versetzt. Abends kommt die Ratte wieder. Durch das offene Fenster gelangte sie in unsere Hütte und hatte keinen Ausgang mehr, als wir
das Fenster schlossen und eine wilde Jagd begannen. Nach stundenlangem Jagen wobei wir uns oft wieder niederlegten um das Vieh aus einem guten Versteck herauszulocken, erwischten wir sie etwa morgens 3:0 als sie sich hinter meinem Tornister versteckt hatte, wo sie eingeklemmt und erschlagen wurde. Es war ein riesig großes Tier, dazu noch tragend. Sie hat uns manche Nacht im Schlafe gestört.

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