Kurts 1662 Tage

– ein Tagebuch aus dem 1. Weltkrieg

Auch heute Hundstagswetter! Man schwitzt bei jedem Schritt, bei jeder Bewegung. Mittags gehe ich mit Utff. Trinks in die Stellung, wo wir Löhnung aus zahlen. Abends wasche ich mich wie gestern und vorgestern an unserem Quell im Adamsgewand.
Es ist bei diesem Wetter eine köstliche Erfrischung. Recht unangenehm sind die Nächte. Da machen uns jetzt die Flöhe das Leben recht schwer. Man kann garnicht genug fangen. Mich haben sie besondert gern Burger lassen sie in Ruhe. Durch das
Flohübel kommt man immer nicht gleich zum Einschlafen und hört die Geräusche der Nacht. Am bemerkenswertesten ist das lebhafte Kratzen und Knabbern einer großen Ratte, die jetzt täglich versucht, in unsere Hütte einzudringen. Einmal war es ihr bereits gelungen ein Loch durchzufressen, aber wir haben einen Pfahl hineingesteckt, nun beginnt sie an einer anderen Ecke.
Die Nacht ist auch recht unruhig. Die Artillerien schießen viel. Gegen Morgen wird es besonder lebhaft, denn bei Rgpt. 70 ist von uns eine franz. Feldwache ausgehoben worden.

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