
Kriegspfingsten 1916! Es regnet viel, Ist auch sehr kühl. Vormittags schien wenige Stunden die Sonne, was sofort zu einem Gewitter führte. auch Graupelschauer dachte
uns der Wettergott zu.
Zum Morgen trinken wir Kakao und essen dazu feinsten Napfkuchen. Diese Delikatessen hatte uns der Koch beim Divisionsstab geschenkt. Er ist von unserer Kompagine und war froh, wieder einmal alte Bekannte zu sehen.
Um 110 spielt Platzmusik, an deren Klängen ich mich vom Hause aus einige Zeit erfreue. Die Komp. hatte früh Kirchgang, sonst dienstfrei. Um 30 zahle ich mit dem Feldwebel im
Köng.-Quartier Löhnung aus.
Inzwischen war Roscher-Arthur bei Burger gewesen und hatte mich besuchten wollen.
Er weilte heute zu Besuch bei seinem Bruder. Seit April befindet er sich im Felde bei 1. Komp., Ers. Inf. Rpt. 40. Ich erledige die dringlichsten Sachen und mache mich dann
auf den Bummel ins Städtchen mit der Hoffnung, die beiden Roschers noch zu treffen.
Unter anderem Besuche ich den schön gelegenen Friedhof. Viele Zivilpersonen laufen heute im Festputz spazieren, man wundert sich, daß noch so viel da sind!
Als ich zum Abendessen heim ging, sagte mir Burger, daß Roscher wieder da war und
mich in der ,Langen Kanone“, einer Kantine am Markt erwartet. Ich gehe natürlich dahin und verbringe noch einige frohe Stunden im Kreise der alten Turnfreunde. Arthur Roscher mußte um 80 wieder am Ausgang nach Harbouey sein, wo ihn einige Kameraden zum Rückmarsch in die Stellung erwarten. Wir begleiten ihn. Er hat seinen altbekannten Humor noch immer behalten. Um 100 treibe ich wieder ein ins Quartier. Unterwegs knipste uns ein Kamerad von Roscher-Walter.
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