Kurts 1662 Tage

– ein Tagebuch aus dem 1. Weltkrieg

Auch der heutige Tag bleibt sehr trübe, regnerisch. Vom Sonntag merkt man nichts. Am Mittag hören wir über uns das Zischeln von schweren Granaten, die unsere Artillerie weit, weit hinter uns irgendwo abschießt. Vom Abschuß ist nichts zu hören während der Schall vom Einschlag hinter den feindl. Linien, herüberschallt. Das Essen ist heute gut, es gab wiedereinmal Schweinefleisch. Schlimm scheints in der Heimat zu sein sehr schlimm wenn man die Dresdner Volkszeitung vom 25. 5. ließt. Danach spricht Graf v.
Westarp
im Reichstag offen aus daß die Nahrungsmittel im deutschen Reiche nur noch 2 Monate reichen, das Brotgetreide langt allerdings noch lange. Brot allein kann man ja aber auch nicht nur essen. Es drängt sich die bange Frage auf: „Was soll noch werden?“
Gebe Gott, daß ein baldiger Frieden dem Elend ein Ende setze.

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