Kurts 1662 Tage

– ein Tagebuch aus dem 1. Weltkrieg

Früh 6° machen wir uns bei herrlichstem Wetter auf den Weg nach Val, wo ich bei Dutschke meine alten Sachen wieder anziehe. Mit der Kleinbahn fahren wir dann wieder hinaus. In Val sagte man uns bereits daß die Unternehmung auf Höhe 542 nicht viel eingebracht hat. Es ist jetzt alles wieder beim Alten. Um 10:0 kamen wir auf der Winklerhöhe an, wo ich nun viel erzählen mußte. Der Tag verging mit Erzählen und damit, daß ich mich wieder orientieren mußte. Der Feldwebel und Burger hatten neue Drillichjacken in Feldgrau. Für mich lag natürlich auch schon eine bereit, welche ich gleich in Besitzung nahm. Das Krachen der Geschütze hört man recht genau, während ich’s vorm Urlaub kaum noch beachtete. Beim Mittagessen gibt’s mehr Fleisch wie daheim. Ich finde viel Post vor, darunter ein Pfefferkuchenpaket von Papa, Osterleckereien von Hans, Zeitungen und Karten von Naumann usw. 2 Nummern „Hilfe“ sowie einen vom Hilfeverlag geschenkweise übersandten franz. Sprachführer.
Den durch die Einführung der Sommerzeit jetzt besonders langen hellen Abend benutzen wir, um uns ein Geländer zu bauen und um vor unserer Hütte durch Einpflanzen von Sträuchern usw. ein schönes Bild herzustellen,

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