
Herrlichstes Maienwetter! Ich schlafe mich früh ordentlich aus.
Papa geht vormittags in die Stadt, um sein Gehalt zu holen. Hellmut packt und rückt
mittags wieder zur Arbeit ins Seminar. Nach dem Mittagessen gehe ich mit Papa ebenfalls nach Plauen, wo wir mit die Aufnahme der neuen Schüler ansehen die Aufnahmerede das Schulvater Beyer weist immer und immer wieder auf die Worte: „Haltet durch!“ hin. Hellmut zeigt mir seinen Schlaffsaal, Waschraum und Wohnzimmer. Anschließend gehen wir noch ein Stück spazieren. Mama wartet unten. Hellmut hat bis 1/2 8 frei. Durch den Plauenschen Grund gehen wir über Coschütz nach Kaitz, wo wir einkehren, und über Räcknitz wieder nach Plauen. Dort verabschiede ich mich und fahre in die Stadt um mich verabredungsgemäß mit Hans zu treffen. Vorher besuchte ich noch Max der auch als Kriegsverwendungsfähig ausgehoben ist. Er führt jetzt Konserven aller Art neben dem Butterhandel, der ja jetzt allzu sehr beschränkt ist. Mit Hans ging ich dann in den Kaiserpalast, wo wir uns am schönen Konzert erfreuen. Er hatte seine Braut mit. Das auffallendste ist, daß in den Wirtschaften jetzt fast nicht gegessen wird. Wo es doch geschieht, müssen Fleischmarken abgeliefert werden.
Auch das Bier wird knapp. Die Waldschlöschen- Brauerei soll angeblich den Betrieb bereits eingestellt haben, wegen Mangel an Malz.
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