
Am zeitigen Morgen machten wir uns auf den Weg zum Bahnhof. Es wurde prächtiges Wetter 7:20 fuhren wir vom Hauptbahnhof ab auf der altbekannten Strecke nach Freiberg und Großhartmannsdorf. Die sächsischen Lande zeigen sich wie im tiefsten Frieden, die Felder sind bestellt oder werden bearbeitet. An der großen Annaberger Straße, auf der wir von Großhartmannsdorf abgehen, fehlen die alten Eschen und Ahornbäume. Sie haben zu Kriegsbeginn kleinem Ersatz weichen müssen, da ja ihr Holz zur Erstellung von Kriegsmaterial alle Art dringend benötigt wurde. In Haselbach treffen wir die Großeltern ihrem Alter entsprechend recht munter an. Hellmut schmückt meinen mitgebrachten Myrtonstock mit goldenen Blüten sowie einem Eisenkreuz und goldener 50. Außerdem haben wir einen Teller und 2 Tassen mit schönen goldenen Verzierungen und der Aufschrift: „Zur goldnen Hochzeit“ mitgebracht. Diese Sachen werden auf dem kleinen Nähtisschen der Großmutter aufgestellt. Nachmittags gehe ich mit Papa und Hellmut ins Dorf zum jetzigen Gemeindevorstand dem als Ortswächter seit langem bekannten Herrn Grimmer, wo ich mich zugleich anmelde. So ein Gemeindvorstand hat durch die Kriegswirtschaft mit ihrem Markensystem eine große Arbeitslast. Auf dem Rückweg besuchen wir den Tischler Einhorn nochmals und bewundern dabei dessen trotz seines Alters und trotz seines offenbar ärmlichen Lebens noch unbesiegbaren schlagfertigen Humor. Bier gab es in ganz Haselbach nicht die Brauerei liegt still.
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