Kurts 1662 Tage

– ein Tagebuch aus dem 1. Weltkrieg

Ein prachtvoller Tag. Vormittags lese ich die Zeitung. Joffre schreibt im Franz. Bericht vom 26.4. nachm. „In den Vogesen fanden vereinzete Aufklärungsunternehmungen des Feindes in der Gegend südlich von Celles sur Plaine statt. Wie die von uns gemachten Gefangenen selbst zugeben, kostete dem Feind der gestern von ihm unternommene fruchtlose Angriff gegen unsere Stellungen von La Chapelotte beträchtliche Verluste.“ im Bericht vom 26.4. abends „Nach neuen Nachrichten muß man die von den Deutschen bei dem gestrigen Angriff auf unsern Vorsprung bei La Chapelotte
erlittenen Verluste auf ungefähr 1000 Mann einschätzen.“ Die Tatsache, daß der Feind nur unsere Verluste als recht hoch hinzustellen sucht, unseren Erfolg aber nicht abstreitet, zeigt am besten, daß die Unternehmung geglückt ist. Näheres werde ich ja dann an Ort und Stelle erfahren.- Nach dem Mittagessen gehe ich in die Stadt, wo ich Max aufsuchen wollte, den ich aber nicht antraf. Der Sächs. Bank erstattete ich ebenfalls
einen Besuch. Von den älteren Herren der Kollegen sind noch eine ganze Anzahl da. Herr Kommerzienrat Grüneberg war auf Urlaub. Neu ist die Einstellung einer ganzen
Anzahl weiblicher Kräfte beim Postbetrieb, im Kontor und Depot.
Unterwegs treffe ich Schulkamerad Dressel, der von Rußland auf Urlaub ist. Er steht beim Landw Inf. Regt. 133. Abends besuchte ich den Turnbetrieb mit Hans.
Anschließend unterhielten wir uns bei einem Glase Bier in der Krone.

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