
Wieder ein herrlicher Tag. Vormittags durchsuche ich meine zahlreichen Raritäten, um interesante Erinnerungen aufzustöbern. Nachmittags gehe ich mit Hellmut spazieren. Es ist sehr warm sodaß wir viel schwitzen. Unser Weg führt uns über Altwölfnitz, Niedergorbitz, Pennrich, durch den Zschoner Grund und Leutewitz. Wir erfreuen uns am herrlichen Panorama von den Bergen der Lößnitz über das Häusermeer der Stadt bis zu den Sandsteinklötzen der Sächsischen Schweiz. Hellmut erzählt mir aus seinem Leben im Zeichen des Krieges. Ich ersehe daraus und auch zu Hause, daß Fleisch eine sehr seltene Nahrung geworden ist. Man ist in der Hauptsache Brot u. Kartoffeln. Wir
im Felde leben dagegen gut. Allerdings wo sollte der Soldat auch die Kräfte hernehmen wenn er nur Brot und Kartoffeln essen müßte? In der Zschoner Mühle trinken wir ein Glas Bier. Der altbekannte Zschoner Grund kommt mir winzig vor. Ich habe mir die Maße der Vogesenberge und Täler zu sehr eingeprägt, sodaß ich mir den Grund größer vorgestellt hatte. An der Leutewitzer Mühle treffe ich Herrn Lehrer Heller. Abends gehe ich ins Kgl. Opernhaus, wo der fliegende Holländer gegeben wird. Ich erfreue mich im Stehparkett 2 Stunden an Wagner’s Musik und wandere dann wieder nach Hause. In den Automaten sieht man noch Betrieb. Anstatt Kaffee findet man jetzt „Gewürzkaffee“, die Brötchen sieht man kaum noch aber wer viel Geld hat kann sich immer noch mit satt
essen. Ich glaube 30 Brötchen brauchte man allerdings zu einer Mahlzeit, v.f. [??] 3 M
Ich treffe Schulkamerad Burghardt, er ist auch eingezogen und bei der Kommandantur.
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