
Der ganze Tag findet mich auf eiliger Fahrt durch’s friedliche deutsche Land. Die
durch ein schönes Feiertagswetter in aller Herrlichkeit gezeigten Landschaften erinnern durch nichts an das furchtbare Völkermorden unserer Zeit. Bei Erfurt laufen auf der Landstraße 3 französische Gefangene ganz allein spazieren. Ihre roten Hosen leuchten im Sonnenschein. Das schöne Wetter läßt mich oft an die Kameraden draußen denken welche vielleicht heute die Höhe 542 stürmen. 6:00 abends komme ich nach Leipzig und in Schnellzuggeschwindikeit bringt mich der Zug nun durch’s liebe Sachsenland der Vaterstadt entgegen. Um 1h verlasse ich den Neustädter Bahnhof. Dresden bietet das altbekannte liebgewordene Bild. Nichts hat sich verändert. Bald bin ich auch daheim. Mama und Hellmut erwarteten mich. Papa war im Dienst. Hellmut ist bald so groß geworden wie ich. Beim Erzählen, Essen und Waschen vergehen noch einige Stunden, ehe ich mich ins langersehnte Bett lege, worin ich mich recht wohl fühle.
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