
Ostersonntag. Das zweite Mal im Felde. Es regnet in Strömen. Die Urlaubsgedanken
lassen mich in Eile noch alles erledigen, was sein muß vor dem Urlaub. Das III. Btl. Ers. I. R. 23. rückt in die Reserevebarake des Batl. Um 12 geht der Feldwebel in die Stellung. Ich verabschiede mich von ihm. Er möchte lieber selbst auf Urlaub fahren. Um 10 hole ich mir Paß und Fahrscheine im Batl. Unterwegs treffe ich noch die 11. / 23 welche zum Schanzen in die Stellung rückt. Man merkt allenthalben, daß der Ernst beginnt. So gern man auch auf Urlaub fährt, so bleibt es doch auf der anderen Seite ein recht komisches Gefühl, gerade in dem Augenblick wegzugehen woetwas besonderes vor sich geht. Die Artillerie soll angeblich heute Nacht ihr Feuer eröffnen und wenn es schön wird, morgen früh gestürmt werden. 2:30 nachm. fahre ich mit der Feldbahn ab nach Val. Ich kam zuletzt noch in Fitz, um mit fortzukommen. Jeden Urlauber lasse ich beim Abrücken über sein Verpflegsgeld quittieren, mein eigenes ließ ich mir in der Eile nicht geben. In Val aß ich beim Lebensmittelwagen und borgte mir von Dutschke einen guten Rock und von Riedel eine gute Hose. Nachdem ich mir einen anständigen Anzug zusammengefochten [??] hatte gings zu Fuß nach Cirey, wo ich mir in der Wartezeit den Friedhof nochmal ansah. Die Soldatengräber sind hier sehr schön vorgerichtet worden. Gleiche Holzkränze mit Angabe von Namen und Truppenteil sowie Todestag zieren die Gräber, welche zusammen liegen. 8:30 abdt. [??] fahre ich mit dem Zug ab.
Natürlich gibt keine erleuchteten Wagen bis Elfringen (früher Avricourt). Dort hatte ich Aufenthalt von 9:15 bis 11:15 welchen ich in der Kantine im Keller des zerschossenen Bahnhofs verbringe. Ich treffe dort neues Ausbildungspersonal, welches nach Cirey zum Rekr.- Depot kommt. 11h gings weiter noch Saarburg, wo wir um 12:0 eintrafen. Ich legte mich in dem Unterkommen [??] des Roten Kreuzes einige Stunden zur Ruhe. Früh 4:25 ging die Fahrt weiter wie zum letzten Urlaub. Mit Schnellzug flog ich durch’s Elsaß, Baden, Hessen usw. Es wurde ein herrlicher Tag.
Im feiertagsmäßigem Frieden zeigten sich die deutschen Landschaften.
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