Kurts 1662 Tage

– ein Tagebuch aus dem 1. Weltkrieg

Morgens kommt die Kompagnie aus dem neuen Graben beim II. Batl. zurück, glücklicherweise gab es wieder keine Verluste. Im Laufe des Vormittags beginnt plötzlich die franz. Artillerie zu schießen. Bald beginnen auch unsern Geschütze rasend schnell zu feuern. Jeder sagt sich, es muß etwas besonders los sein. Die völlige Ungewißheit währt aber nicht lange. Es stellt sich heraus, daß die Franzosen das ihnen entrissene Grabenstück durch plötzlichen Angriff zurückgewonnen haben und daß es Mühe kostet, den eignen alten Graben zu halten. Unsere Kompagnie, heute morgen erst zurück, muß sofort wieder hinüber. Jeder Mann nimnt 5 Handgranaten mit. Bei Beschießung der Anmarschwege erwischte die feindl. Artillerie an der
Excellengonelte [??] bei Angomont den Postwagen des I. Batl. der Fahrer und Gefr. Friedrich wurden verwundet. Fahrer Höhme, der gerade zur Ablösung war, brachte den Postwagen mit. Es gab heute sehr viel Briefe, welche durchlöchert waren. Ein Glück war es, daß die Post nicht ganz vernichtet wurde, denn die Herren Offiziere des Batl. telephonierten dreimal danach, ob ihre Briefe bald kommen. Wegen der Verwundeten
kümmerten wir uns.

2 Antworten zu „Sonnabend, den 4. März 1916“

  1. Avatar von Victor Marnetté
    Victor Marnetté

    Hallo!

    „Bald beginnen auch unsern Geschütze rasend schnell zu feuern.“ Das kleine „e“ am Ende eines Wortes sieht manchmal wie ein kleines „n“ aus. Hier muss es logischerweise lauten „unsere Geschütze“.

    Was das unleserliche Wort „Excellengonelte [??]“ anbelangt: Vielleicht einmal hier posten? Dann könnte man es sich anschauen.

    „Jeder Mann nimnt 5 Handgranaten mit.“ Steht im Text wirklich „nimnt“? Richtig müsse es „nimmt“ heißen.

    Viele Grüße!

    V. Marnetté

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  2. […] 60 Abends erreichte das Artilleriefeuer in unserem engsten Kreis ohne eine Heftigkeit, wie seit 4.3. nicht mehr […]

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