Kurts 1662 Tage

– ein Tagebuch aus dem 1. Weltkrieg

Der 2. Jahrestag unserer Abfahrt von Dresden. Der Jubel, der uns an allen Orten bis Hof entgegen scholl, ist heute verstummt doch die Hoffnung, daß der Krieg bald zu Ende gehe, ist heute so lebendig wie damals. Gebe Gott, daß sie uns nicht nochmals solange warten lassen.

Es wird heute schön. Ich bade mich am Quell und wasche meine Taschentücher. Über mir surrt der Motor eines Fliegers. Ich höre das Schießen der Abwehrgeschütze.
Splitter kommen zischelnd aus der Höhe und fallen in der Nähe in der Wald. Hellmuth schreibt mir aus hetten Haselbach mit Grüßen von Papa u. Mama. Vom Turnverein erhalte ich das Mitteilungsblatt für Juli mit Zigaretten. Ich ersehe daraus, daß wieder 2 Turner gefallen sind, darunter Schmorl [??], mit dem ich lange zusammen in der Vorturnerschaft war. Gott gebe ihm Frieden!

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