Kurts 1662 Tage

– ein Tagebuch aus dem 1. Weltkrieg

Herrlichstes Wetter: Mittags gehe ich nach Val, um in der Kass.-Verw. Geld zu fassen. Außerdem lege ich die Komp. Kassenbücher welche ich unterm 15.7. abschloß, zur Prüfung vor. Nach Erledigung der dienstl. Sachen mache ich noch einen Spaziergang nach Cirey, wo ich mich baden wollte. Der Andrang war aber so groß daß ich, nicht dazu kam. Über dem Städtchen kreisen deutsche Flieger. Auf den Wiesen sind Soldaten u. Einwohner, fleißig beschäftigt; um die Heuernte einzubringen. Ich beobachte eine Gruppe Franzosenkinder und erfreue mich an ihrem Spielen, unbekümmert, um Krieg und Not der Zeit. Die Knaben sehen in ihren gleichmäßigen, blauen Mützen (wie die franz. Militärfeldmütze geformt) recht lustig aus, man sieht eben diesen Anzug in der Heimat niemals. Am Abend besuche ich in Val meinen Turnfreund Heugner der jetzt auf Urlaub war. Wir plaudern ein Stündchen über heimatliche Dinge einst und jetzt. Beim Lebensmittellkomando schlafe ich auf Emmel’s Lager, da dieser Wache hat.

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