Kurts 1662 Tage

– ein Tagebuch aus dem 1. Weltkrieg

Auch heute bleibt das Wetter kalt und regnerisch. Mein Schnupfen der letzten Tagen läßt mich nun ziemlich wieder in Ruhe. Die Kantinanbefehle [??] betr. Ablösung erhalten sich auch heute, ohne den Schein der Wahrscheinlichkeit anzunehmen. Es wird immer klarer, daß die russische Offensive ein böser Schlag war der hoffentlich bald erwidert werden kann. Alles, was man hört und liest, erinnert keineswegs an baldigen Frieden, auf den man noch vor kurzem bestimmt hoffte. Abends versuche ich mich mit unseren Hausbewohnern zu unterhalten, es geht aber recht schlecht. Es ist schade, daß man so selten Gelegenheit hat mit den Einwohnern zu sprechen. Täglich 1/2 Stündchen Unterhaltung wie heute würde mich bald perfekt Franz. sprechen lehren. Trotz meines mangelhaften Franz. und trotzdem auch die Quartierfrl. nicht deutsch können, erfahre ich doch, daß die beiden die Wohnung nur für Ihre Schwester verwalten, welche im Herbst mit nach Frankreich machte, weil ihr Mann franz. Soldat ist. Die beiden Schwestern waschen jetzt am Tage bei hazerand [??] Soldatenwäsche ( Linge des soldats)

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