Kurts 1662 Tage

– ein Tagebuch aus dem 1. Weltkrieg

handschriftlich: Dienstag, den 13. Juni 1916

Es regnet heute wieder in Strömen. Die Kompagnie hat Exerzieren und wirs auch. Ich kann vor Schnupfen kaum aus den Augen sehen, auch kein Wunder bei diesem Wetter.

Von daheim erhalte ich heute Pfefferkuchen u[nd]. Butter, die ich mir recht gut schmecken lasse. Gegen Abend hört man die Artillerie in der Ferne recht lebhaft
stampfen.

Gestern sind 2 Überläufer eingebracht worden, nach deren Aussagen soll ihr Regiment nach Verdun kommen, weswegen sie sich schwach machten, weitere würden folgen.

Die Schlacht zwischen Russen und Österreichern will sich nicht wenden. Die Gerüchte sprechen bereits von 70000 verlorenen Gefangenen.

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