Kurts 1662 Tage

– ein Tagebuch aus dem 1. Weltkrieg

handschriftliche Originalüberschrift: Donnerstag, den 8. Juni 1916.

Ein Reg schöner Tag nach all dem Regen der letzten Zeit die Komp.
schanzt am Vormittag bei Parux. Abends ist Kirchgang anschließend von 7- 80 Platzmusik auf dem Markt, wozu ich mit Burger gehe.

Wir beobachten das Leben und Treiben. An der Brücke steht der Brig.-Kom-
mandeur Generalmajor v. Rheyer. Um ihn wieder alle übrigen Offiziere. Abseits aller im Hintergrunde unbeachtet von den übrigen, sieht man allein die große Gestalt des Feldwebel-Leutnants Döbeling.

Unserer früherer Adjudant, der jetzige Fliegerleutnant Wagner, weilt als Gast unter den
Offizieren des Btl.. Unter den Lanzern stehen die dauernd in Cirey befindlichen durch
ein garnisonmäßig aufgeblasenes Wesen zum Teil recht sehr ab von den Kameraden
aus vorderer Linie. Die schwere Artillerie fühlt sich hier bereits als Helden der vordersten Front.

Schade, daß man nicht früher wußte, daß dieser Krieg kommt, dann konnte man freiwillig bei der schweren Artillerie dienen, was sich jetzt bewähren würde. Na,
das ist aber nun gleich, wenns mir nicht mehr lange dauern würde.

Nach Schluß der Musik wandern wir durch die rue d’Harbouey, um unsere früheren Quartiere wiedereinmal zu besichtigen. Auf der Straße marschieren einige König. 40er. Wappler’s alte Quartierwirtin erkannt uns noch und spricht: monsieur Max blessure, il n‘ a montré.“ [Herr Max Verletzung, er hat nicht gezeigt.]

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