Kurts 1662 Tage

– ein Tagebuch aus dem 1. Weltkrieg

Heute kommt die Kompagnie in Reserve. Während der Nacht waren die Franzosen recht
unruhig. Krachende Handgranaten, Minen und Artilleriefeuer störten die Ruhe der Nacht. Die Gerüchte über baldige Ablösung, welche nun schon wochenlang immer und
immer wieder in den verschiedensten Formen auftauchen, werden nun zur Tatsache. Am 3.6. soll das Batl. in Ruhe kommen. Die 1. u. 3. Komp. zum Exerzieren zuerst 14 Tage
nach Cirey während die 2 u. 4.K. zum Schanzen hinter Rgt. 23. u. 32 verwendet werden sollen u. nach der Grenadierhöhe und Sachsenruhe in Baracken kommen. Nach 14 Tagen wird gewechselt und am 1.7. sollen wir wieder in der Stellung eintreffen.
Während der Exerzierzeit gibt es keinen Urlaub, dafür fährt in der Schanzzeit die Doppelte Anzahl. Abends mache ich mir noch einen Spaziergang zum Wasserholen, während es einmal trocken blieb. Im all-gemeinen ist es heute recht
regnerisch. Darüber freuen sich aber die Landwirte ganz besonders, können sie doch
dann auf eine weit besser Ernte hoffen.

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