
Heute wird wieder prachtvolles Wetter. Früh kommt Burger wieder. Der Feldwebel wird um 10:0 ins Batl. bestellt und fährt nach dem Essen nach Val. Die Pferde sollen jetzt Buchenlaub unter das Futterheu erhalten, 30 cm höchstens lang, nicht verholzt. Nachmittags kommt der Herr Regts.-Kdr., Oberst Reichardt in Begleitung von H. Oberstabstarzt Dr. Hofmann und Ltnt. Wendler und besichtigt unsere Hütte.
Er ist sehr freundlich. Ich hatte das erstemal Gelegenheit, ihn zu sprechen und fand ihn entschieden nicht so unnahbar, wie man nach Erzählungen oft annehmen mußte. Zum Glück hatte ich seit September 1915 das erstemal mein Fenster geputzt, sonst sah es aber sehr kriegsmäßig liederlich aus in unserer Behausung genannt: Schreibstube des 1. Rg.
Durch den Regen war natürlich großer Morast, den wir gelegentlich mit entwässern sollten. Herr Oberstabsarzt bezeichnete die zahlreichen heute aufgetauchten Mücken als Folge. Unsere bereits vor kurzem zur Trockenlegung geschaffenen Anlagen unmittelbar vor der Hütte haben sich recht vorzüglich bewährt. Abends 1/2 10 diktiert mir der Komp. Führer Herr Ltnt. Brose noch eine Zuschrift ans Einwohnermeldeamt für Lübecker Str. 41 Dresden a,[??] betr. Erkundigungen nach der Mutter eines Kameraden, die seit 16.2.16 nicht mehr geschrieben hat.
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