Kurts 1662 Tage

– ein Tagebuch aus dem 1. Weltkrieg

Deim Erwachen Schneelandschaft. Der Schnee wird aber bald vom Regen wieder weggespült. Im Gelände verhältnismäßige Ruhe, aber es scheint doch etwas in der Luft zu liegen. Von Papa und Naumann erhalte ich Zeitungsbriefe. Am Abend erfreue
ich mich an einigen erheiternden Possen aus Körners VarNen [??], welche einen in angenehmer Weise über die öde Gleichmäßigkeit dieser Tage hinweghelfen. Nachmittags bleibt es einige Stunden trocken während welcher wir fleißig Holz sägen und hacken, um die in den anhaltenden Regentagen fast verschwundenen Feuerholzvorräte etwas zu ergängen. Erst spät erinnern wir uns, daß heute
Palmarum ist, der Tag, an welchem in der Heimat heute manches junge Menschenkind
den Weg ins Leben betritt, welchen ich vor 10 Jahren am 17.4. ebenfällt beschritt trat ich doch damals in die Kanzlei des Herrn Geh. Rat. Dr. Rudolph. Es war eine schöne Zeit, in der ich und viele mit mir das heutige Völkermorden für unmöglich hielt.

Die Franzosen schoßen mit Minen und Artillerien nach den verschiedensten Richtungen, sie scheinen sich einzuschiesen.

3 Antworten zu „Sonntag, den 16. April 1916“

  1. Avatar von Victor Marnetté

    Hallo!

    Es muss „Beim Erwachen“ lauten…

    Und steht am Ende wirklich „einzuschiesen“? Richtig wäre hier einzuschießen.

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  2. Avatar von Victor Marnetté

    Nachtrag: „… fast verschwundenen Feuerholzvorräte etwas zu ergängen [richtig: ergänzen]“!

    und statt „ebenfällt“ müsste es ebenfalls lauten.

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  3. Avatar von Victor Marnetté

    Nachtrag:

    „fast verschwundenen Feuerholzvorräte etwas zu ergängen“ Richtig wäre hier „ergänzen“!

    „welchen ich vor 10 Jahren am 17.4. ebenfällt“ Hier müsste es „ebenfalls“ heißen.

    Gruß,

    VM

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