Kurts 1662 Tage

– ein Tagebuch aus dem 1. Weltkrieg

Kriegstagebuchüberschrift: Montag, den 3. April 1916.

Auch heute wieder herrliches Wetter und Ruhe im Gelände. Vormittags kommen Flieger. Nachmittags sieht man hinter uns bei Val ein Fesselballon.

Ich säge viel Holz um den herrlichen Tag in Freien zu genießen. Gegen abend mache ich mit Rieger und den Schuhmachern einen Bummel hinter unserer Hütte auf der Höhe entlang bis an ein Geschütz, von wo wir weit in das feindl. Land hineinsehen konnten, über dem die Sonne purpurrot unterging. Die Bäume in der Nachbarschaft waren oft durch feindl. Granaten ihrer Kronen beraubt, teils sogar wie Streichhölzer umgeknickt. Die 70er Höhe war in ihrer ganzen Breite einzusehen als ein Zeichen furchtbarster Zerstörung.

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