Eine wiederkehrende Person in Kurts Tagebuch ist sein Freund der Unteroffizier Wolf. Wir erfahren nicht woher sie sich kennen, vielleicht haben sie sich während ihres Wehrdienstes kennen gelernt. Die Einträge in denen er erwähnt wird erzählen eine eindrucksvolle Geschichte.
Am 16. August 1914 hieß es noch „Mit fröhlichem Lachen, Brust und Mütze mit Rosen geschmückt, schied mein Freund Wolf von seinen wartenden Eltern. Er konnte ja als Brigadeschreiber auf eine Heimkehr rechnen.“
Genau drei Monate später ist er tot.
7. August 1914 „Von heute ab bildeten die 1. und 2. Kompagnie vom Ersatz Bataillon 100 und die 3. u. 4. Kompagnie vom Ersatz Bat. 101 das mobile Brigade-Ersatz-Bataillon 45, welches zur gemischten Ersatz-Brigade zählte. Als Brigadeschreiber der letzteren war mein Freund Uffz. Wolf befehligt.“
16. August 1914 „In Chemnitz hatten sich bereits eine große Anzahl auf diese Weise Herangerufener eingefunden. Mit fröhlichem Lachen, Brust und Mütze mit Rosen geschmückt, schied mein Freund Wolf von seinen wartenden Eltern. Er konnte ja als Brigadeschreiber auf eine Heimkehr rechnen.“
7. September 1914 „Mein Freund, Uffz. Wolf, hauste hier mit dem Generalmajor von Hennig, Hauptmann Lickel und den sonstigen Herren vom Brigadestab in einer Blockhütte. Rechts daneben, war im Schutze von grünen Zweigen die Fernsprechstelle unter Leitung des Utffz. Raak. Wolf gefiel es nicht recht als Brigadeschreiber.“
17. September 1914 „Bei einem Halt, traf ich meinen Freund Wolf. Er teilte mir mit, daß er als Brigade Schreiber abgelöst sei, und den Komp. Dienst mitmachte.“
23. September 1914 „Wir schlafen heute über den Pferden in Stroh gewühlt. Ich liege zwischen dem Feldwebel und meinem Freunde Wolf.“
16. November 1914 „Trotz der furchtbaren Kanonade hatten wir im Gefecht keine Verluste. Nur von der Frühpatrouille, war mein Freund Uffz. Wolf und der ebenfalls von der 8./100 stammende Gefr. Nagel nicht zurückgekehrt. Sie hatten einen schnellen Soldatentod gefunden.“
18. November 1914 „Mein gefallener Freund Wolf wird beerdigt“
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