
Weil der Zahlmeister das zur Löhnung erforderliche Geld gestern nicht mitgebracht hatte, sollte ich am frühen Morgen nach Richeval fahren, um es abzuholen. Die Anbetracht des Umstandes, daß es recht riskant ist, allein mit der großen Summe über Land zu fahren, ließ mich der Sgtn nicht fort, sondern erkundigte sich beim Oberstleutnant, was zu tun sei. Die Folge war, daß in Zukunft der Zahlmeister das Geld am Tage zuvor mitbringen muß, da er durch die Lebensmittelbagage gedeckt ist. Heute muß ich noch einmal fahren. Über Tanconville, durch den großen Wald mit seinen schmutzigen Wegen gelangte ich nach Richeval, wo ich den Zahlmeister und alle Leute der Lebensmittelwagen in der Schule in fröhlichsten Stimmung beim gemeinsamen Essen und Biertrinken fand. Auf meine erstaunten Fragen, erfuhr ich, daß der
Marketender Krause, heute seine Silberhochzeit feierte und aus diesem Grunde alle frei bewirtete. Er konnte dies, denn sein Verdienst in diesem Kriege war bis jetzt nicht gering, was das Geld anbelangt. Auch ich erhielt zu essen und zu trinken. Nachdem ich
das Geld hatte machte ich mich auf den Rückweg über Fremonville welcher nicht so schmutzig war, wie über Tanconville. Die Löhnung wurde alle noch am Abend verausgabt, sodaß wir erst spät zur Ruhe kommen.
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