Kurts 1662 Tage

– ein Tagebuch aus dem 1. Weltkrieg

Früh wurde wieder in Le Menil gefaßt. Der Tag verlief ähnlich dem gestrigen. In der Dunkelheit geht es wieder auf den Barrémont. Immer noch lag am Ostausgange von St. Remy ein totes Pferd und vor dem Walde eine Kuh, die ihren Tod durch eine Gewehrkugel, fand. Wir mußten Lebensmittel für 2 Tage verausgaben. Der Feldwebel wollte nicht wieder mit zurückfahren, sondern bei dem Komp. Packwagen bleiben. Ich blieb mit der Bureaukiste in der von den Telephonisten errichteten Hütte, während
der Lebensmittelwagen zurückfuhr. Der Feldwebel war zum Komp. Führer gegangen, ich sollte ihn hier erwarten. Es regnete in Strömen. Im Sitzen auf meiner Kiste, ja anfänglich selbst im Stehen nickte ich wegen der großen Müdigkeit öfter ein, wurde aber immer schnell wieder geweckt, von den Regentropfen, welche durch das Dach der notdürftigen Waldhütte drangen. Dabei wurde es 5 morgens, ohne daß der Feldwebel zurückkam.

2 Antworten zu „Mittwoch, den 9. September 1914“

  1. Avatar von Finn
    Finn

    sehr interessant zu lesen!

    Like

    1. Avatar von Juliane
      Juliane

      Danke! Wir freuen uns wenn das Projekt interessierte Leser*innen findet.

      Like

Hinterlasse eine Antwort zu Juliane Antwort abbrechen