
Früh 6 Uhr verließen wir Saales und 6:15 unser deutsches Vaterland, um nach den Feindeslande zu gelangen. In den Bergen mit ihren dichten Nadelwäldern,
ballen sich die Nebelwolken. Doch im Laufe des Vormittags sandte die Sonne ihre Strahlen auf die schöne Landschaft und vertrieb die letzten Nebel. Öde und verlassen fanden wir die französischen Dörfer, nur selten hatte sich eine Familie gewagt, in ihrem Heim zu bleiben. Diese waren am klügsten.
Durch Grande Fosse und Denipaire gelangen wir nach Hurbache, wo wir hinter einer Brücke in Deckung gegen Sicht fahren. Dicht vor uns brüllen die Geschütze ununterbrochen. Einige Granaten schlagen, etwa 50 m vor uns in die Wiese ein. Später, brachten unsere Leute 4 eroberte Französische Geschütze ein.
Als eben wieder einige Granaten in unserer Nähe eingeschlagen hatten, fiel uns der plötzliche große Unterschied in der Zeit am nahen Kirchturm auf. Bei Erforschung des Grundes stellte sich heraus daß ebenso wie in vielen anderen Fällen dem Gegner mittels Zeigerstellung an der Uhr unser Aufenthalt bekannt gegeben wurde. Der Bürgermeister wurde festgenommen.
Auf Befehl fuhren wir vor zum Battalion welches an einem Abhange, links der Straße in Deckung lag. Über uns weg pfiffen, verirrte Gewehrkugeln, auf der Höhe schlagen, die feindliche Granaten ein. Während der Fourier die Lebensmittel ausgab, gab ich mit dem Feldwebel an die als Reserve im Gefecht liegende Kompanie Löhnung aus. Von St. Dié feuerten die Feinde herüber. Wir waren soeben fertig, als plötzlich die bis jetzt nur auf der Höhe regierten Granaten weiter herüber kamen das Battalion verteilte sich sofort auf erweiterte Zwischenräume. Wir packten unsere Kasse und eilten zum Wagen. Inzwischen flogen die Geschosse schon über unsere Köpfe hinweg, und explodierten ohne Schaden anzurichten auf der Wiese. Durch das Gewir der zu Verfügung stehenden Artillerie und Munitionskollonen gelangten wir glücklich zurück nach Hurbache, dessen Feldlazarett mit Verwundeten überfüllt war.
In der Dunkelheit fuhren wir nach Denipaire, wo ein Proviantamt errichtet wurde. In einer Scheune fanden wir ein sehr gutes Nachtlager, um das erstemal in Feindesland zu schlafen, als im Dunkeln der Hausherr im friedlicher Absicht nochmals leuchten kam, packte jeder nach seinem Gewehr, denn mit Mißtrauen begegneten wir den Bewohnern.
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