
Durch einen mächtigen Ruck erwache ich morgens 5 aus meinem Schlummer, der Zug hält und bald kommt das Kommando: Aussteigen. Als wir die Luken öffnen schlägt uns ein kalter Regen entgegen. Im Laufschritt geht es unter das schützende Dach des Güterbodens. Wir sind in Hersbruck rechts der Pegnitz in Bayern, und erhalten hier den Morgenkaffe nebst Brot und Wurst. Bald geht die Fahrt weiter durch das schöne Bayernland mit seinen Hopfenfeldern, diese waren mir neu, in Sachsen fand ich sie nirgends. Von jetzt ab, belebten sie bis an die Grenze des Reiches die Landschaft. In Nürnberg und Hersbruck beschenkte man uns, wieder sehr reichlich mit Speck, Käse, Wurst und Brot. Überall freute man sich über die gemütlichen Sachsen. Als solche waren wir ganz besonders gern gesehen. In Crailsheim wurde Mittag gemacht. Es bestand aus Dörrgemüse, und Suppenfleisch. Dann ging es weiter nach Heilbronn, wo wir als Abendessen Nudeln und Rindfl. Konserven erhielten. Die Fahrt durch Württemberg war sehr schön. Links und rechts der Bahn winkten die rebenreichen
lange und reiche Ernte versprechenden Obstgärten. Inmitten des fruchtbaren Tales erhob sich in majestätischer Schönheit die alte Ritterburg bei Schwäbisch-Hall. Nachdem wir Heilbronn in der Richtung auf Stuttgart verlassen hatten, richteten wir uns abermals zum Schlafen ein. Ich legte mich heute unter die Bank, wo ich mit dem Kopf auf dem Tornister sehr gut schlief.
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