
Am frühen Morgen gelangte ich auf dem Wege wie gestern in das Geschäftszimmer. Die Kompagnie rückte zu einer Vorpostenaufstellung nach dem Heller aus. Wir arbeiteten wie immer mit dem größten Hochdruck. Wegen des Sonntags machten wir nachmittags zeitig Schluß.
Ich ging nach Hause, wo ich auch Hellmuth antraf. Wir blieben einige Zeit in unserem Garten, dann machte ich einen Spaziergang nach dem unteren Cotta, wobei ich manchen alten Schul- und Turnfreund in Uniform antraf.
Auch meinem bes. Freund Engel Arthur begegnete ich. Er war noch im Zivil. Als
überzählig hatte man ihn bei seinem Eintreffen am 3. Tag zurückgeschickt. Er hatte im Geschäft viel Arbeit, weil die „Yenidze“, allen Soldaten auf Wunsch Zigaretten kostenlos schickte und an allen abfahrenden Militarzügen Zigaretten verteilte. Wir gingen zusammen nach der „Constantia“.
Im Garten auf der Terrasse gegenüber des Flugplatzes ließen wir uns nieder, um bei einem Glase Bier unsere Nachrichten, auszutauschen. Es war ein warmer Sommerabend nach heißem Tag. Bei unserem Gespräche hatten wir den Einbruch der Dunkelheit nicht beachtet. Im Schutze derselben öffneten sich plötzlich geräuschlos, die mächtigen Tore der am jenseitigen Elbufer liegenden Luftschiffhalle, und langsam schob sich das riesige Ungeheuer „Z 6“ daraus hervor, welches bald unter dem Surren der Propeller über unseren Köpfen verschwand. Wie eine große Wolke haschte es über den Nachthimmel. Das ganze war das Schauspiel weniger Minuten. Nachdem ich mich auch von meinem Freunde Arthur verabschiedet hatte, verbrachte ich die Nacht zu Hause.
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