Kurts 1662 Tage

– ein Tagebuch aus dem 1. Weltkrieg

Über Nacht ist es wieder recht empfindlich kalt geworden. Ich konnte erst spät nach Mitternacht einschlafen wegen großer Schmerzen im rechten Ohr. Unsere Artillerie schießt aller 1/2 Stunde die ganze Nacht durch je 2 Schuß ab.
Früh wollte ich mich krank melden, doch da es etwas besser war, wie in der Nacht, wartete ich noch damit. Im Gelände ist es verhältnismäßig ruhig. Durch das herrliche Wetter wurden einige Flieger herausgelockt. Mittags großes Holzsägen. Das Resultat der 4. Kriegsanleihe (10 Milliarden 600 Millionen) wird bekannt.
Unsere Feldzeichnungsscheine liege noch unbenutzt hier. Die Kameraden wollen alle den Krieg nicht durch geldgeben verlängern, wie sie sagen. In Wirklichkeit fehlt aber das Geld und die wenigen, die noch etwas übrig haben, lassen durch ihre Bekannten und Verwandten in der Heimat zeichnen.

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