Kurts 1662 Tage

– ein Tagebuch aus dem 1. Weltkrieg

Frühlingsanfang! Vormittags ist es wieder sehr schön. Ich gehe mit dem Feldwebel die
Lohnung auszuzahlen. Unterwegs beginnt es zu regnen,sodaß wir klitschenaß draußen ankommen. Unsere Maschinengewehre bestreichen die feindl. Linien, die Franzosen antworten, schießen aber zu hoch. Wir waren aber noch nicht lange fort, als feindliche Artillerie in unsere Stellung nach den Maschinengewehren schoß, glücklicherweise ohne Schaden anzurichten. Über der Stellung lag ein schöner Regenbogen. Es donnert neben dem Brüllen der Geschütze die Natur mit ihrem ersten Gewitter. Ich erhalte
mit der Post ein Pfefferkuchenpaket von zu Hause und vom Stenopraphenverein Künken [??] die Bedingungen für ein Preisschreiben, welche ich mir erbeten hatte. Bei einem gemütlichen Feuer trockne ich am Abend die durchnäßten Sachen, wechsele die
Wäsche und wasche mich von oben bis unten.

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