Kurts 1662 Tage

– ein Tagebuch aus dem 1. Weltkrieg

Der Tag ist heute wieder erfüllt von lebhafter Artillerietätigkeit. Die Komp. hat vormittags Arbeitsdienst, ein Zug geht nach Val baden.
Letzterer kommt unterwegs beinahe in französisches Artilleriefeuer, welches auf die Ginsterhöhe und Batterie Loubeau [??] gerichte war. Letztere erhielt einen Volltreffer in
den Geschützraum, wobei 3 Mann verwundet wurden. Von 2:0 nachm. ab ist die Komp. gefechts bereit und rückt um 5:0 wieder mit Sturmgepäck in die neugewonnene Stellg. wo heute den Franzosen noch ein Stück Laufgraben entrissen wurde welches uns bis her infolge seiner flankierenden Lage viel zu schaffen machte. Gebe Gott, daß es auch
heute keine Verluste gibt.

Von der 2. Komp. wird ein Mann durch Granatsplitter tödlich getroffen. Abends gehe
ich mit Große von der 2. Kp. Wasser holen, wobei wir auf einer hinter uns liegenden Höhe einen Beobachtungsturm sehen. Mit Holzsägen beschließe ich die Tagesarbeit. Der Feldwebel schläft heute wieder unten bei den Offiziersburschen. Ich schreibe viel
Briefe (an Turnverein, Ella, Engel- Arthur, Weifert [??] – Hans, Hellmuth).
In der Ferne ertönt nach wie vor das Rollen der Geschütze vor Verdun.

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