Kurts 1662 Tage

– ein Tagebuch aus dem 1. Weltkrieg

Der Erdboden ist beim Erwachen hart gefroren.
Ein prachtvoller Wintertag beginnt. Ich war noch nicht recht fertig, mit dem Kaffeekochen, als auch schon das Surren der Motoren über uns erklingt. Das klare Wetter lockt die Flieger. Burger kommt von Val zurück. Mittags gehe ich mit dem Feldwebel in die Stellung, wo wir Löhnung auszahlen. Man konnte von unserer Bergstellung weit ins Deutsche, sowie feindliche Gelände sehen. Der Hauptmann hatte eben eine Brieftaube abfliegen lassen. Er hatte große Eile beim Erledigen der Sachen mit dem Feldwebel, denn um 3:0 begonnen die Geschütze unserer Batterie bei der Vala-Mühle zu schießen in die der Komp. gegenüberliegende feindliche Linie und der Hptm. wollte die Wirkung beobachten. Unterwegs wurden wir von einem langsam feurnden Maschinengewehr überrascht, dessen Geschosse über uns hinweg nach der
Höhe zielten. Von Papa und Mama erhalte ich gute Nachrichten, sowie Pfefferkuchen u.
sogar ein Stück Butter die ja jetzt so selten ist (1/4 für 6[??] ) Gegen Abend mache ich mit Schäfer noch etwas Holz. Nach Eintritt einer Dunkelheit, wie sie bei Vollmond schön ist, hörten wir das Motorgeräusch eines über uns fliegenden Zeppelin in Richtung über
die Feindl. Linien. Sehen konnte man ihn nicht, er flog sehr hoch.

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