Kurts 1662 Tage

– ein Tagebuch aus dem 1. Weltkrieg

Im Gelände herrscht heute auffallende Ruhe. Nachdem, die Infanterie- und Maschinengewehrknallerei der Franzosen bereits seit mehreren Tagen fast ganz verstummte, schweigt heute auch die feindl. Artillerie fast völlig. In der Ferne hört man recht anhaltendes Rollen der Geschütze.
Mittags gehe ich mit dem Feldwebel in die Stellung, wo wir Löhnung auszahlen.
Während der Nacht hat Bergander mit noch einigen Kameraden eine Patrouille
gemacht und das Feuer auf die Feindl. Posten eröffnet ohne Erwiderung zu finden.
Der Utffz. Ebpold [??] vom Brieftaubenkommando erzählt mir, daß in Saarburg am letzten schönen Tage großer Verladebetrieb und auf den Straßen in der Umgebung lebhafter Verkehr geherrscht habe, um zu täuschen. Wie der Feldwebel vom Komp.-Führer gehört haben will, stehen wir vor der Offensive. Dies scheint auch nach dem Aufsatz in der Frankfurter Zeitung vom 1.2.16 zuzutreffen. Die Reserve Komp. ist während der Nacht völlig alarmbereit. In der Nacht lebhaftes Gewehrschießen. Am Abend setzt Tauwetter ein.

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