
Nachdem ich am Morgen die dringlichsten Meldungen erledigt hatte, mache ich mich auf den Weg zur Bousson-Mühle. Von dort wollte ich mit der Kleinbahn fahren. Der Zug hatte aber Verspätung. Ich ging deshalb an den Gleisen entlang und kam bis nach Val, von wo ich noch ein Stück im Bähnle fuhr. In der Bahnstation war großer Andrang. Von allen Regimentern der Div. warteten die Kameraden in dem dazu bestimmten Raume. Jeder hing seinen eigenen Gedanken nach, nur ganz selten hörte man einem kurzen Gedankenaustausch über einen Zwischenfall in dieser oder jener Stellung. Von Zeit zu Zeit kam der Gehilfe und holte wieder einen Mann zur Behandlung. Ich kam vormittags gar nicht daran und wurde um 2:0 wieder bestellt. Während der Zwischenzeit ging ich nach Val, wo ich bei dem Lebensmittelwagenkommando Mittag gegessen habe. 1/2 3:0 kam ich daran. Die Behandlung erfolgte in militärischer Kürze auf Kommandos z. B. „Ausspülen“, „Offen lassen“ war aber deshalb ebenso gut wie die oft nur zur Preistreiberei in die Länge gezogene Privatbehandlung. Ich erhielt heute nur eine Einlage und wurde auf 8. Febr. wiederbestellt. Der Rückweg wurde ein schöner Spaziergang bei prächtigstem Wetter. Der Blick schweifte weit über die bewaldeten Täler und Höhen. Vor unserem einstigen Drahtverhau in Cirey exerzierten die Rekruten. Am Fuße des ehemaligen Fort „Ihrenberg“ [??], welches uns beim Angriff der Franzosen am 16. November 1914 so entscheidend gute Dienste leistete, werden große Munitionsvorratsunterstände gebaut. Auf dem Pionierplatz sieht man gewaltige Berge von Stacheldrahtrollen usw. Nach Fourcheau überraschte mich die Dunkelheit, doch ich
hatte das Glück, rechtzeitig eine Taschenlampe zu finden. Daheim angekommen wurde mir die Nachricht, daß heute wieder ein Kamerad, der Luft.-Soldat [??] Pietsch, schwer verwundet worden ist. Bei einem Abstreichen der Komp-Stellung durch französische Maschienengewehre erhielt er einen Stockschuß links in den Bauch.
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