Kurts 1662 Tage

– ein Tagebuch aus dem 1. Weltkrieg

Im Gelände verhältnismäßige Ruhe. Der Hauptmann schickt einen Hochinteressanten Bericht über die Erfahrungen in der letzten Khampagurschlacht [??] zur Abschrift herein, welcher den Offizieren unter „geheim“ zu ging. Mittags telephoniert die
Sanitätskompagie 5, daß Vzfw. Lemberg, in der vergangenen Nacht verstorben
ist, nachdem man ihn vorher noch operiert hatte ( Darmverletzung). Die Beerdigung
fand heute nachmittag 5:0 auf dem Friedhof Cirey statt. Dazu ist Feldwebelleutnaunt Döbeling, der Feldwebel und Gefr. Webers von der Kompagnie geschickt. Letzterer hat
die Patrouille wo die Verwundung erfolgte, mitgemacht und den Vzfw. Lemberg mit in die Stellung zurückgetragen. Da seine Eltern verstorben sind, telegraphierten wir an Lemberg’s Onkel, Herrn Fabrikbesitzer, Ingenieur F Burgmann in Blasewitz b. Dr.
Der Hauptmann war besonders tief ergriffen und konnte daher selbst nicht mit zum Begräbnis gehen. Es war der erste Todesfall, ja die erste schwere Verwundung seit er die Komp. führt. Vielleicht wird er jetzt etwas vorsichtiger und geht nicht mehr fast täglich selbst auf Patrouille, was man vom Komp.- Führer ja eigentlich garnicht erwartet. Wenn sich der Hauptmann zu größerer Vorsicht aufschließen würde, bereitet er dem Feldw. Winkler die größte Freude, da letzterer ganz besonders gern diesen bisher besten Komp.-Führer behalten würde. Die betr. Patrouille hat den französischen Posten gesehen, hat beobachtet wie er an sein Gewehr lief und schoß. Der erste Schuß hat getroffen. Als dann auch das französische Maschinengewehrfeuer einsetzte, hatten sie
einigermaßen Deckung.


Es bestätigt sich, daß der montenegrinische König nach Frankreich geflohen ist, sodaß aus einem Frieden mit Montenegro nichts wird. Dies hat aber nichts zu sagen, da ja doch das Land von uns besetzt ist.

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