
Prachtvolles Wetter lockt heute die Flieger heraus. Die Luft ist erfüllt vom Surren der Motoren. Lebhaftes Feuer von Abwehrkanonon verfolgt ihre Bahn. Gegen Abend er folgt eine anhaltende Beschießung der feindl. Stellungen durch unsere Artillerie, sodaß die Fensterscheiben unserer Hütte beständig klirren.
Zwischen unserem neuen Feldküchenplatz und der Kompagnie Stellung „Höhengraben“ wird unter Leitung des Herrn Leutnant Prose der Ausbau eines Stützpunktes begonnen. Erst jetzt werden die Liebesgabenkisten von Weihnachten zurückverlangt, welche natürlich bereits verbrannt sind. Am Abend werden die 4 Feldwebels ins Batl. bestellt, wo sie zu strenger Durchführung der Briefkontrolle angehalten werden. Die Bestimmungen werden verschärft, sodas in Zukunft bei plötzlicher Zuteilung zu anderen Verbänden verboten ist, diesen Verband nach Hause zu schreiben. Die Adressenänderung darf dann nur durch folgende Form mitgeteilt werden: Schreibt von nun ab nur noch: 1. Komp. Rgt. 23. Jede weitere.
Adressierung hat wegzufallen.
Genauso bei Vermerk der Adresse auf der Rückseite der Mitteilungen über irgendwelche Veränderungen Vermutungen dürfen gemacht werden.
Diese Vorschriften werden es den Spionen unserer Feinde wirklich unmöglich machen in Zukunft noch etwas so zu erfahren, um Nutzen daraus zu ziehen. – Bei Erhalt meiner Sachen entdeckte ich daß die Mäuse in unserer vor Nurei ausgezogenen Mänteln große Löcher am Rücken und unter dem Arm eingefressen hatten.
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