
Unser Radfahrer B[*****] mein Namensvetter, erzählt am Morgen, daß ein Fluggeschwader im Dunkel der Nacht über unsere Stellung geflogen ist. Man hat nicht feststellen können, ob hinüber oder herüber. Mit dem Frühzug fahre ich wieder hinaus bis zur Vala-Mühle. Mittags gehe ich mit dem Feldw. zur Auszahlung der Löhnung in die Stellung, der Hauptmann hatte eine Zeitung, welche die Franzosen mittels Leuchtrakete in unsere Stellung geworfen haben. Vzfw. Bertram meldete, daß vor unserem Unteroffiziersposten 16 eine Anzahl Franzosen in Feldgrau mit Stahlhelmen beobachtet wurden, die erst mit dem öhne [??] Gepäck zu sehen waren. Außerdem wurden hinter der feindl. Linie Autosignale und Hörnermusik gehört. Um 3 beendeten wir die Löhnungsauszahlung um die Mannschaften in die Unterstände zu schicken, weil 3:15 Minenschießen angesetzt war.
Wir machten uns auf den Rückweg. In der Richtg. des Chamois-Wäldchens tobte
ein Artilleriefeuer, daß sich teilweise bis zum Trommelfeuer steigerte. Zur angesetzten Zeit begannen auch unsere Minenwerfer. Wir gingen auf Fort Wettin und konnten von dort sehen wie die einschlagenden Minen riesige Wolken bildeten wenn sie vorm linken Flügel unserer Komp. einschlugen. In der Nähe des Batl.- Stabsquartiers wurde ein Mann der 3. Komp. begraben, welcher gestern durch einen bedauerlichen Unfall sein Leben einbüßte. Ein Mann hatte zur Gewehrdurchsicht geladen, der Waffenmeistergehilfe prüft nichtsahnend die Abschußvorrichtung und erschießt den Hintermann. Nach einem Geheimbefehl wollen die Franzosen bei den am Hartmannsweilerkopf gefangenen Deutschen Briefe gefunden haben, welche ihnen die Lage im Innern Deutschlands schlimmer zeigte, wie sie dachten und wie sie ist. Solche tiefbedauerliche Vorkommnisse bringen unsere Feinde natürlich nicht zu Friedensanträgen.
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