Kurts 1662 Tage

– ein Tagebuch aus dem 1. Weltkrieg

Kurrentschrift: Dienstag den 11. Januar 1916

Ein Regentag. Im Gelände große Ruhe, ganz selten fällt ein Schuß.

Mittags gehe ich mit dem Feldwebel in die Stellung zum Auszahlen der Löhnung. Lamm muß wieder ganz zum Dienst in der Stellung weil infolge der Abgabe der 30 Mann
sämtliche Leute zusammengeholt werden, die irgend abkommen können.

Im Batl. zeigt mir der Gefr. Riedel (von Beruf Maler) seine herrliche Mappe im Felde angefertigter Bilder, welche oft großartig sind. Unter anderem hat er unseren alten Geschäftszimmerunterstand b. Regt.- Haus gemalt und prachtvolle Motive aus Cirey und anderen bekannten Orten. Es ist für ihn neben dem Andenken auch ganz einträglich, denn er hat für einzelne Bilder von Offizieren 20 M und mehr erhalten.

In der Stellung unserer Komp. wird etwa so in rechts vom Hptm.- Unterstand ein schwerer Minenwerfer, ähnlich einer kleinen Kanone ohne Rohr eingebaut, welcher morgen schießen soll. Die Minen stehen an der Drahtseilbahn und sind etwa 1,25 m
hoch und 21 cm Kaliber. Wo die hintreffen, ists nicht gut sein.

Hinterlasse einen Kommentar