Kurts 1662 Tage

– ein Tagebuch aus dem 1. Weltkrieg

Ein warmer Tag! Im Gelände wenig Tätigkeit. Burger macht nachmittags nach Val. Der Batl.- Adjutant sieht sich die auf unserer Höhe befindl. Bauten an. Da der Feldw, in der Stellung war, mußte ich den Ltnt. Pölterling bei seinem Rundgange begleiten ebenso Feldw. Fischer von der 2. Komp dieser Ltnt. sah sich alles genau an und wunderte sich daß es infolge des sumpfigen Waldbodens nicht so schön aus sah wie etwa um die Villa des Batl. Stabes. Er bestimmte daß die Geschaftszimmer der 1. u. 2. Komp oben bleiben, ebenso die Schuhmacher der 1. -3. Komp. und die 4 Paar Reservepferde nebst ihren
Kutschern. Die anderen Buden sollen vorläufig leer bleiben aber so erhalten werden daß sie bei plötzlichem Bedarf belegt werden können. Für die Ordnung auf dem Platze wird Fw. Winkler verantwortlich gemacht, welche abends nochmals zum Batl. Kommandeur muß und erst um 8:o zurück kommt. Es gab heute Marmelade zum Abendbrot. Darüber war der Feldw. außergewöhnlich erbost. Er will jeden Abend Fleisch oder Wurst haben. Die Kantine hat zum Unglück ausverkauft. Dieser Feldw. hat sich in seiner 11 jähr. Dienstzeit daran gewöhnt alles immer hingestellt zu erhalten und kann sich nicht damit abfinden, im Essen auf etwas zu verzichten. Er müßte im Inland [??] sein. Es spricht selbst: „Da würde ich verrückt“. Ich esse Rübensaft, welcher mit den Liebesgaben angekommen und bei der Verteilung übrig geblieben ist, doch diesen mag er auch nicht.

Hinterlasse einen Kommentar