
Ein schöner, frühlingswarmer Tag! Mit dem Kleinbahnzug fahre ich um 90, früh mit nach Val. An dieser Bahn befindet sich jetzt sogar ein verdeckter Wagen.
Die Fourcheau- Mühle bildet jetzt den Platz emsigster Arbeit. Die Mühle, von der bei unserem Vorrücken nur noch die kahlen Mauern standen ist wieder ausgebaut und überdacht worden, ein Dampfgatter wurde aufgestellt und arbeitet jetzt emsig.
Man sieht, wie die Baumriesen im Walde gefällt werden, sieht sie in die Schneidern verschwinden, wo in kurzer Zeit 4 – 5 Bretter aus dem Stamme werden, außerdem 2 Schwarten. Die Abfallleisten werden dicht neben dem Sägewerk zu Meilern zusammengestellt und zu Holzkohle verarbeitet. Ungeheure Werte werden hier dem französischen Staate entzogen, dem Deutschen erhalten und dies 1/2 Stunde hinter der vordersten Linie.
Württembergische Landsturmsoldaten und kriegsgefangene Russen versorgen den Betrieb. Einige hundert Meter weiter sind die gefangenen Russen beim Anlegen
neuer Feldbahngleise beschäftigt. Es muß diesen Russen, soweit sie denkungsfähig sind, komisch erscheinen daß sie im Lande ihrer Freunde unter Aufsicht ihrer Feinde arbeiten müssen.
In Val fasse ich 3301. -M Löhnung und Gehälter und esse beim Lebensmittelkommando zu Mittag Sauerkraut und Schweinefleisch. Um 1/2 20 fahre ich mit dem Lebensmittelzug wieder hinaus nach Sala und bin um 1/2 40 in unser Hütte.
dort wartete meiner eine erfreulich große Menge Post.
Ich erhielt alles, worauf ich wartete und mehr. So z. B. das große Wäschepaket mit Weihnachtsessereien, von zu Hause abgeschickt am 17.12. ebenso das erbetene Portemonai, Schokolade, Pfefferkuchen, Zeitungen und Neujahrkarten von Papa
und Familie Neumann.
Ich schreibe gleich wieder nach Hause und verbringe damit den Abend. Die Küche hatte guten Kartoffelsalat und Grog bereitet. Gegen 100n. fielen einige Schüsse der Artillerie sonst blieb Ruhe. Um 1130 abds. ging ich als letzter schlafen, um ins neue Jahr hinüberzuschlummern.
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