Kurts 1662 Tage

– ein Tagebuch aus dem 1. Weltkrieg

Originalüberrschrift aus Erstem Weltkriegstagebuch: Sonnabend, den 30. Oktober 1915.

Zu unserer Überraschung erfahren wir in aller Frühe, daß unsere Komp. in der vergangenen Nacht ihre Stellung weitervorgelegt hat. Schon seit langem wurde in
den Nachtstunden an dem vorgeschobenen Graben gearbeitet, in welchen nun unsere Stellung verlegt worden ist. Verluste hat es zum Glück nicht gegeben. Im Laufe das Vormittags wird die Komp. durch die 4. Komp. abgelöst und kommt in Reserve.

In der Mittagsstunde hörten wir feindl. Granaten weit ins rückwärtige Gelände pfauchen. Bald kam die telephonische Meldung, daß Val beschossen worden
ist. 5 Granaten erreichten, das Dorf. Davon hatte eine furchtbare Wirkung. Sie fiel aufs Pflaster vor der Kirche und tötete 1 Mann u. 1 Pferd. 5 Mann wurden verwundet. Dieser Zwischenfall machte manchen stutzig, der bis jetzt die in Val untergebrachten Leute immer beneidete weil sie angeblich außer Lebensgefahr seien.

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