
*(eigentlich ist Samstag der 11. September 1915. Kurt hat sich im Wochentag vertan)
Ich hatte beim Lebensmittelwagen sehr gut geschlafen. Spät erwache ich. Es ist prachtvolles Wetter. Nachdem ich die Löhnung, und sonstiges Geld, etwa 3000-M gefaßt hatte, machte ich mich auf den Rückweg. Mit einem leeren Lastauto gelangte ich bis an die Foucheumühle und dann durch Wanderung an den Schienen der Waldbahn entlang und auf steilen Wegen durch anmutige Waldbestände weiter in unsere Behausung. Der Feldwebel brachte die Nachricht, daß der Artilleriebeobachtungsstand, von welchem ich neulich in die feindliche Landschaft hinübersah, von feindl. Granaten zerschossen worden ist. Das I. Batl hatte 1 Toten, diesem war die Schlagader zerschossen, sodaß er an Verblutung starb. Von der 2. Komp. wurde Gren. d. R. Hoyer (aktiv: ein Mann vom 2. Jahrgang der 8./100) verwundet.
Abends angenehme, frohe Unterhaltung mit Feldw. Fischer, auf der Veranda unserer Hütte. Während meiner Abwesenheit wurde unsere schöne Behausung heute morgen
photographiert. Die Artillerie verstummt den ganzen Tag nicht, sie grollt hüben wie drüben ohne Unterlaß.
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