Kurts 1662 Tage

– ein Tagebuch aus dem 1. Weltkrieg

Nachdem ich’s mit Burgern etwas verschlafen hatte, weckte uns Rieger am frühen Morgen. Der Feldwebel hatte die Nacht in Val verbracht und kam erst später. Von der Infanterie Munitionskolonne treffen 7 Mann ein, welche durch Landsturmleute von 45 Jahren abgelöst worden sind. Außerdem werden nur 4 Fahrer, von der Magazin-Fuhrparkkolonne und 2 Kanoniere von der Artillerie-Munitionskolonne zur Verwendung als Fahrer oder Begleitleute, der Bagage überwiesen. Aus diesem Grunde kommen, alte bewährte Leute, wie Weigold, Hendel u. Helzer zum Frontdienst. Gegen die Ungerechtigkeit u. Unzweckmäßigkeit läßt sich leider nichts tun. Die bisherigen Fahrer waren alle eng mit ihren seit 11 Monaten gepflegten Pferden verbunden, während jetzt erst seit Wochen in der Pferdebehandlung ausgebildete Fleischer, Bäcker, Glaser usw. an ihre Stelle treten. Die Feldküchenpferde erhält ein Glasschleifer, welcher als Kanonier
ausgebildet ist, also mit Pferden noch nichts zu tun hatte.

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