Kurts 1662 Tage

– ein Tagebuch aus dem 1. Weltkrieg

Auch heute prachtvolles Wetter. Der Feldwebel, welcher die Nacht in Val war, bringt am Morgen den Kassenverwaltungsschreiber, unsere Kamerad Riedel-Fritz mit. Dieser photopraphiert unser neues Wohnhaus und den Altar. Um 10:0 findet der Gottesdienst statt. Dabei sind neben den dienstfreien Mannschaften auch die Offiziere des. Batl. und Regts. zugegen. Es predigt wieder unser alter Pfarrer, welcher in seine Heimatsgemeinde beerlaubt war. In seiner alten von den Kameraden überaus geschätzten einnehmenden Predigtweise, erzählt er vom Leben und Treiben im Inlande, welche durchaus dem Ernst der Zeit sich anpasse. Die sich hier dann und wann herumsprechenden Handlungen, welche sich mit dem Geist der Zeit nicht vereinbaren lassen, beschränken sich nach den Beobachtungen unseres alten Pfarrers nur auf wenige Ausnahmen. Ich habe viel Arbeit. Gestern sind 6 alte Leute wieder zur Komp ins Feld gekommen. Diese muß ich neu aufnehmen. Im Gelände schießt viel Artillerie. Ein feindl. Volltreffer tötete in St. Saveur einen der Landstürmer ohne Waffen und verwundete zwei. Gegen Abend schoß unsere Artillerie lebhaft in brennende Unterstände der Franzosen.

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