Kurts 1662 Tage

– ein Tagebuch aus dem 1. Weltkrieg

handschriftlich in Sütterlin: Sonntag, den 11. April 1915.

6:30 morgens mache ich mich mit dem Feldwebel auf den Weg zur Komp, welche in Regt. Reserve liegt, um die Lohnung auszuzahlen. Unterwegs blieb man oft in den gründlosen Wegen bald stecken.

Umso größer war nun meine Bewunderung, als wir die Erdbehausungen der
Kameraden erreicht hatten. In den 14 Tagen, während denen ich nicht hierher gekommen bin, ist hier eine schöne Blockhütte mit Veranda für den Regt. Stab erbaut worden. All die Verbindungswege und Treppen zwischen den Offiziers- und Mannschaftsunterständen sind mit Knüppeln belegt und machen geben der Anlage ein parkartiges, sauberes Aussehen.

Ab und zu geben Tische und Bänke unter Bäumen Gelegenheit zur Ruhe im Freien. Die Gewehre können so untergebracht werden, daß sie im Alarmierungsfalle schnellstens zur Hand sind. An einer Waldquelle haben geübte Kameraden Wasserräder in Miniatur angelegt. Einmal befindet sich daran sogar ein Holzturner, welcher fortwährend Riesenschwünge macht.

Nach Auszahlung machen wir uns mit Ltnt. Pressprich auf den Rückweg nach Angomont, wo hin gegen Abend die Artillerie der Feinde schießt.

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