Kurts 1662 Tage

– ein Tagebuch aus dem 1. Weltkrieg

Auch heute gibt es infolge der Umformierungen sehr viel Arbeit, sodaß man vergißt, daß wir den 3 Osterfeiertag haben. Die Kameraden welche das Essen holen sind voll Begeisterung für unseren neuen Kompagnieführer, welcher in jeder Beziehung auf das Wohl der Mannschaften sieht, während er dem Ltnt. Preßpich dasselbe sagt, was die Kameraden schon immer über letzteren denken. Er leidet es nicht daß die Offiziere der Komp. ihr Fleisch gesondert kochen. Es muß jeder an der Feldküche essen. Auch damit
stellt er sich ganz auf die Seite der Mannschaften. Neben vereinzelten Infanterieschüssen hört, man die Artillerie, welche in die uns gegenüberliegenden,
feindlichen Graben schießt. Nach Kamerad Wapplers Beobachtung richteten unsere
Geschosse beim Gegner große Verwirrung an. Gegen Abend surrte ein Flieger am grauen Wolkenhimmel, ob Freund, ob Feind, man weiß es nicht.

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